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  3. Diplomierung von 19 neuen Traumdoktoren

Das Künstler-Team der Stiftung Theodora wächst weiter

Am Ende eines ereignisreichen Jahres erhielten die 19 Traumdoktoren des Lehrgangs 2019/2020 endlich ihre Diplome für die während mehr als 200 Unterrichtsstunden absolvierte theoretische und praktische Ausbildung. Mit dieser Verstärkung ihres künstlerischen Teams geht die Stiftung Theodora auf das Bedürfnis der Gesundheitseinrichtungen nach mehr Besuchen ein. Die Stiftung beschäftigt 71 professionelle Künstler, die wöchentlich den Alltag von Kindern in 34 Spitälern und 27 spezialisierten Institutionen in der Schweiz bereichern.

Nachdem sie aufgrund der Pandemie mehrfach verschoben wurde, konnte Anfang Dezember endlich die Diplomfeier des Traumdoktoren-Lehrgangs 2019/2020 stattfinden. Um den Hygiene- und Verhaltensregeln zu entsprechen, wurde die Veranstaltung auf zwei Tage und verschiedene Zeitfenstern aufgeteilt. Da das traditionelle Gruppenfoto nicht möglich war, nahmen Dr. Firlefanz, Dr. Lilu sowie die 17 anderen Absolventen ihre Diplome einzeln entgegen. Dieser Moment bildete den Höhepunkt der einjährigen Ausbildung mit mehr als 200 Unterrichtsstunden.

v.l.n.r., von oben nach unten: Dr. Hahallo, Dr. Clafoutis, Dr. Chrüsimüsi, Dr. Föhn, Dr. Adagio, Dr. Oopsala, Dr. Piri Piri, Dr. Kravat’, Dr. Stracciatella, Dr. Uiuiui, Dr. Zarbouille, Dr. Paperlapap, Dr. Firlefanz, Dr. Pilouface, Dr. Rösli Chöl, Dr. Hüpf, Dr. Tante Flora, Dr. MegaGiga, Dr. Lilu Fotos: Pierre-Yves Massot

Theoretisches Wissen zum Gesundheitswesen für strahlende Kinderaugen in der Praxis

Die Ausbildung zum Traumdoktor besteht aus einer Kombination von Theorie und Praxis und wird von der Stiftung Theodora in Zusammenarbeit mit dem Institut und der Hochschule für Gesundheit «La Source» in Lausanne durchgeführt. «Wir unterrichten die angehenden Traumdoktoren über einige wichtige Anhaltspunkte zur Funktionsweise eines Spitals», erklärt Corinne Ghaber, Lehrbeauftragte der Hochschule, «das Thema mit der obersten Priorität ist jedoch die Spitalhygiene.» Bereits lange vor Ausbruch der Pandemie war dieses Thema ein zentraler Bestandteil der Traumdoktor-Ausbildung. Für mehr Praxisbezug trainierten die Künstler des Lehrgangs 2019/2020 ihre Fähigkeiten unter anderem im neuen Übungsspital der Hochschule La Source.

Zu den weiteren im theoretischen Teil behandelten Bereichen gehören die verschiedenen Phasen der körperlichen und mentalen Entwicklung, die Auswirkungen eines Spitalaufenthaltes auf das kindliche Wesen, aber auch Themen wie eine Behinderung, eine Krankheit, eine Krebserkrankung und das Sterben. «Dieses Wissen ist für die Traumdoktoren eine sehr wichtige Unterstützung, damit sie auf jeden Besuch und jedes Kind so angemessen wie möglich eingehen können», ergänzt Corinne Ghaber.

Corinne Ghaber im Gespräch mit Dr. Föhn / Foto: Jos Schmid
Corinne Ghaber im Gespräch mit Dr. Föhn / Foto: Jos Schmid

Spiel im Dienste der Kinder

Auf dem Programm stehen zudem zahlreiche künstlerische Workshops. Ziel davon ist es, die artistische Grundlage der Kandidaten, die meist professionelle Künstler sind, zu nutzen, um die Stereotypen von Bühnendarstellern eingehend zu analysieren. «Die Arbeit eines Traumdoktors besteht nicht darin, zu 'performen', eine Show für ein Publikum zu inszenieren», sagt Thierry Jacquier, Ausbilder und Traumdoktor der Stiftung Theodora. «Deshalb versuchen wir in diesen Workshops, Authentizität und Menschlichkeit ins Spiel zu bringen», fährt er fort, «das ist es, was eine echte Begegnung zwischen dem Künstler, dem Kind und seinen Angehörigen ermöglicht. In der Tat ist jeder Besuch von einem Traumdoktor einzigartig und hängt von der Stimmung im Raum und vor allem von den Bedürfnissen des Kindes in diesem bestimmten Moment ab.

Künstler-Mentoren zur Unterstützung

Der praktische Ausbildungsteil besteht aus den Besuchen vor Ort, die von speziell ausgebildeten Künstlern, den sogenannten «Mentoren», und dem Ausbildungsteam betreut werden. Während dieser Zeit besuchen die Künstler regelmässig Kinder in Spitälern und spezialisierten Institutionen. Die geleistete Arbeit wird fortlaufend evaluiert. Diese Bewertungen werden genutzt, um Weiterbildungen zu definieren.

Ausbilder Thierry Jacquier (Mitte) bei einem künstlerischen Workshop
Ausbilder Thierry Jacquier (Mitte) bei einem künstlerischen Workshop / Foto: Jos Schmid

Während der gesamten Ausbildung entwickeln die Teilnehmenden des Lehrgangs die Identität und das Aussehen ihres Traumdoktors. Zu diesem Prozess gehört neben der Namenssuche auch die Gestaltung eines individuellen Traumdoktor-Kittels: ein Erkennungsmerkmal der Theodora-Künstler. Mit Hilfe einer Schneiderin definiert der angehende Traumdoktor die Skizze seines Outfits, mit einem für seinen Charakter spezifischen Schnitt, Muster und Farben. Wie ein treuer Verbündeter wird ihn dieser Kittel auf seinen Besuchen begleiten und ihn dabei unterstützen, den Kindern Momente des Lachens und der Freude zu schenken.

«Der schönste Job der Welt»

Olivier Zerbone (unten links), alias Doktor Kravat', ist einer der 19 Absolventen. Als Traumdoktor möchte er den Kindern eine Verschnaufpause bieten. Der Wunsch, Traumdoktor zu werden, keimte bei dem Pflegefachmann und Komiker «seit ich die Theodora-Traumdoktoren das erste Mal bei meiner Arbeit im Universitätsspital Lausanne (CHUV) gesehen habe» – vor 13 Jahren. Ähnlich ist die Geschichte von Fabienne Krähenbühl (unten rechts), alias Dr. Stracciatella, die Kinder und Erwachsene mit Behinderung begleitet. Vor zehn Jahren lernte sie Dr. Spôôk im Heilpädagogischen Kinderheim Weidmatt kennen. Fasziniert von seiner Arbeit, reichte sie ihr Dossier bei der Stiftung ein und wurde unter den über 200 eingegangenen Bewerbungen für den Lehrgang 2019/2020 ausgewählt.

«Künstlerische Fähigkeiten mit sozialem Engagement verbinden»

Eine weitere Absolventin der «Schule der Träume» ist Judith Cuénod (unten links), alias Doktor MegaGiga. Sie sieht in dieser neuen Tätigkeit «eine Möglichkeit, meine künstlerischen Fähigkeiten mit sozialem Engagement zu verbinden». Die frisch diplomierte Absolventin Barbara Graf (unten rechts), anzutreffen als Dr. Lilu, bezeichnet die Arbeit der Traumdoktorin als «den schönsten Job der Welt!»

Die 19 Neuzugänge aus drei Sprachregionen sind seit einigen Monaten in den Besuchsplan der 34 Spitäler und 27 spezialisierten Institutionen der Stiftung Theodora integriert. Mit der Verstärkung des künstlerischen Teams reagiert die Stiftung Theodora auf die steigende Nachfrage nach Besuchen in bestimmten Regionen des Landes, aber auch auf den Bedarf an zusätzlichen Ressourcen für die Entwicklung vielversprechender neuer Programme wie die Operationsbegleitung oder die virtuellen Besuche.

 

Dr. Firlefanz stellt sich vor